Lernfabrik - Lernverbund
Ausgangslage
Alle beteiligten Gemeinden bieten Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich an. Mit der Umstellung auf die neue kaufmännische Grundausbildung vor einigen Jahren hat sich das Bild der kaufmännischen Ausbildung grundlegend verändert.
Alle beteiligten Gemeinden haben sich zum Kauf der Lernfabrik entschlossen und haben somit für die Ausbildung eine gemeinsame Grundlage geschaffen. Diese Grundlage gilt es nun so zu nutzen, dass sie optimal eingesetzt werden kann und dass die beteiligten Gemeinden einen möglichst grossen Nutzen daraus ziehen können.
Idee
Die Lernfabrik hatte von Anfang an auch den Sinn, die Ausbildung betriebsübergreifend möglich zu machen. Die Idee des Ausbildungsverbundes ist also nicht neu. Im Gegenteil. In vielen Teilen des Kantons wurden auch nach altem Recht Ausbildungskurse für die Lernenden im dritten Lehrjahr angeboten (bei uns waren das die Mittwochmittag-Kurse). Die Idee ist also schon alt, sie wurde nur neu verpackt und es wurde ein Mittel geschaffen, wie man dieses Angebot auch nach neuem Recht gestalten könnte.
Da mit den Leistungszielen nicht mehr nur Fachwissen vermittelt werden muss, müssen sich die Ausbildungsformen im neuen System vom Frontalunterricht des alten Systems logischerweise unterscheiden. Auch die Erscheinungsformen müssen sich wandeln und entwickeln.
Thesen
"Mit dem Ausbildungsverbund entlasten wir die Berufsbildner"
Richtig. Wenn sich mehrer Gemeinden zusammenschliessen, werden die einzelnen Berufsbildner entlastet. Einzelne Abteilungen können wir mit dem Ausbildungsverbund vermutlich vollständig von der Aufgabe der Leistungszielvermittlung entbinden – ein Nutzen gegen den sich die Berufsbildner nicht wehren werden.
"Die Lernenden sind noch weniger im Betrieb"
Richtig. Es ist klar, dass diese Form des Lernens nicht ohne Zeitaufwand auskommt – wie im übrigen keine Form des Lernens. Es ist klar, dass die Lernenden mit der Schule, den üK’s, den Fachmodulen, den Sprachaufenthalten und den Lernverbundstreffen ziemlich oft nicht im Hause sind. Der Zeitaufwand des Lernverbundes kann mit einer Woche im Jahr (dazu später mehr) veranschlagt werden. Der Zeitaufwand ist also für die Lernenden und die Berufsbildner überblickbar und handelbar – nicht zu letzt auch deswegen, weil viele Berufsbildner gerade angeben, dass Sie zu wenig Zeit für die Lernenden aufwenden könnten. So bleibt ihnen genau diese zusätzliche Arbeit erspart.
"Die Lernenden sind aufmerksamer wenn sie überbetrieblich geschult werden"
Richtung und falsch. Auf der einen Seite zeigt die Erfahrung aus den üK’s dass die Lernenden nicht immer mit bedingungsloser Aufmerksamkeit brillieren. Auf der anderen Seite habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Lernenden dankbar sind, wenn sie die Leistungsziele, die bearbeitet werden, sehen und spüren – wenn Sie merken, dass jetzt prüfungsrelevanter Stoff vermittelt wird, dass Aufgaben in der Art wie sie sie bearbeiten auch an der LAP auf sie zukommen kann.
Wenn es uns gelingt, die Tage spannend zu gestalten und die Vermittlung der Leistungsziele transparent zu machen, dann bin ich mir sicher, dass die Lernenden von den Tagen sehr viel profitieren können, und dass sie mit grosser Aufmerksamkeit dabei sein werden.
Die Erfahrung aus drei ähnlichen Events in der Lernfabrik bestärken diese Ansicht.
"Wenn im Betrieb nur noch wenige Leistungsziele vermittelt werden, sinkt die Motivation zur Arbeit zu kommen"
Wohl falsch. Durch den Umstand, dass die Lernenden viele der Leistungsziele im Ausbildungsverbund vermittelt bekommen, kann im Betrieb das Hauptaugenmerk auf die alltägliche Arbeit gerichtet werden. Entsprechend steht den Lernenden dafür mehr Zeit zur Verfügung und sie können einen tieferen Einblick in die Arbeit erhalten. Dies wiederum fördert das Verständnis und das Interesse an der Arbeit.
DieNKG - Lernfabrik
